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Rotary Tag 2012 in Köln
Werte - Normen - Haltungen

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Nachrichtenbild Unter dem Motto "Werte - Normen - Haltungen" stand der “Rotary-Tag 2012“ am 3. und 4. Februar in Köln – mitten im Distrikt 1810. Und das kam nicht von ungefähr; denn die Diskussion um “Werte“ hat schon seit geraumer Zeit Hochkonjunktur; vor allem “ Ethik“ ist gefragt: Medizin – Ethik, Wirtschafts – Ethik, Umwelt – Ethik, Technik –- Ethik, Atom – Ethik.

Kein Tag, an dem nicht Verantwortungsträger und Führungspersönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Lehre, aus Wirtschafts- und öffentlichem Leben mit diesen Themen und damit zugleich mit moralischen Fragen befasst sind. Im Zusammenhang mit der Bankenkrise ist vom “Raubtierkapitalismus“ die Rede: finanzielle Verfügungs- und die massenpsychologische Einflussmacht in relativ wenigen Händen scheinen sich zu einer immer ernsteren Gefahr für die offene Gesellschaft zu entwickeln. Aber auch Netzwerke mit atemberaubender Geschwindigkeit und massenhafter Verbreitung von Daten und Nachrichten erzeugen binnen kurzer Zeit Dominoeffekte, die kaum mehr kontrollierbar sind. Spekulation und Leichtfertigkeitbringen Banken wie Unternehmen – ja ganze Staatsgebilde – in Bedrängnis. Häufig sind Verbergen und Vertuschen sowie Täuschung und Betrug die Folge. Gerade auch die Ereignisse aus der jüngsten Zeit um den Bundespräsidenten stehen als ein Teil für Vieles, was bewegt. Das geht auch uns als Rotarier an: Denn Rotary hat mit seinem von weltweit mehr als 1,23 Millionen Mitgliedern beachteten Grundsatz “Service above self“ seit jeher einen ethischen Ansatz, nämlich den des “Selbstlosen Dienens“: dieser Grundsatz hat sich aus den Vorstellungen seines Gründers Paul H. Harris im Laufe der Zeit zur maßgeblichen Strategie entwickelt. Und es hat mit seiner “Vier Fragen Probe“, die auf Rotarier Herbert Taylor1932 zurückgeht und von Rotary International 1943 übernommen worden ist, einen auch ausdrücklich am Wertekanon orientierten Kompass.Von daher ist Rotary als Wertegemeinschaft seit jeher aufgerufen, sich mit Fragen auseinanderzusetzen, die das Selbstverständnis von Staat und Gesellschaft angehen.


So gesehen drängte sich für das Forum in der Industrie- und Handelskammer zu Köln gleichsam die Frage auf, welche Haltungen von Verantwortungsträgern und Führungspersönlichkeiten in unserer Zeit erwartet werden und welchen Beitrag man insbesondere als Rotarier leisten kann.Namhafte Referenten hatte Past Governor Jürgen Axer für die angesprochenen Problemfelder, die die Idee des Gesellschaftsvertrages als implizite Legitimationsgrundlag aller modernen westlichen Staaten tangieren, gewinnen können: So referierte Ludger Honnefelder über das “Moralische Profil als Kennzeichen von Verantwortungsträgern“. Udo Di Fabio zeigte auf, dass “Freiheit und Bindung“ untrennbar zusammen gehören. Michael Hüther sprach über die “Mitverantwortung als Kategorie in der freiheitlichen Ordnung“ und Patrick Adenauer darüber, wie man “Mit dem Familienunternehmerprinzip Zweifeln an der sozialen Marktwirtschaft begegnen“ kann. Ekkehard Pandel schließlich rundete den Vortragsreigen am Samstag ab mit der “Wertediskussion bei Rotary International unter Berücksichtigung kultureller Besonderheiten“.


350 Personen aus allen Teilen Deutschlands und Österreichs sowie aus der Schweiznahmen an dem zweitägigen Forum teil. Sie verfolgten nicht nur die Vorträge mit großem Interesse, sondern auch die Podiumsdiskussion mit Di Fabio, Honnefelder und Past Governor Walter Müller aus der Schweiz sowie der Landtagsabgeordneten NRW Anna Verpoorten und dem Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach. Natürlich hatten sie auch selbst Gelegenheit, sich in Diskussionen zu Wort zu melden und in Workshops einzubringen, die sich drei komplexen Themenbereichen widmeten, nämlich “Ethik und Steuern“, “Ethik der Banken“ sowie “Markt und Moral“ unter der Leitung von Jürgen Axer, Christoph Berndorff und Peter Hanau.



Auch das freundschaftliche Miteinander im Brauhaus Gaffel am Dom beim abendlichen Buffet und einem guten Glas Kölsch am Freitagabend kam nicht zu kurz, bevor die rotarischen Freunde Dominik Meiering - Stadtjugendseelsorger des Erzbistums Köln - und Domorganist Winfried Bönig uns zu vorgerückter Stunde noch ein besonderes Erlebnis bescherten, nämlich Begebenheiten aus der wechselvollen Geschichte des Hohen Doms zu Köln begleitet von Concerti aus der Zeit: ein im wahrsten Sinn des Wortes besinnlicher Ausklang in Wort und Ton an erhabenem Ort!

“Aller guten Dinge drei!“, so könnte man nach alledem meinen, träfe damit allerdings lediglich ein Zwischenergebnis; denn übereinstimmend herrschte die Meinung vor, dass der “Rotary –Tag“ in Köln – nach Mainz in 2010 und Bremen in 2011 der dritte seiner Art – jedenfalls eine feste Einrichtung werden müsse!

Das ist ganz im Sinne der Governorschaft aus dem Jahre 2007/2008. Denn schon kurz, nachdem sie sich im August 2006 in Fulda das erste Mal getroffen und von bestimmten Grundüberzeugungen geprägt schnell als “One Crew“ zueinander gefunden hatte, hatte sie sich zur “Kultur des Herzens“ und zu “Rotary als Wertegemeinschaft“ bekannt und dies im deutschsprachigen Rotary-Raum zum Leitbild ihres Rotary Jahres 2007/2008 erhoben. Dem ihr gemeinsames Bekenntnis zu Rotary als Wertegemeinschaft zusammenfassenden Thesenpapier, mit dem sie zu Beginn ihrer Amtszeit an die Öffentlichkeit getreten ist und das die Wertediskussion auf Distrikt - wie Clubebene so recht in Gang gebracht hat, ist sie auch mit der Durchführung eines “Rotary –Tages“ seitdem treu geblieben. Und von daher freuen sich ihr Mitglied Past Governor Manfred Grabsch mit seiner Frau Frauke und der Distrikt 1930 schon jetzt darauf, am 22./23. Februar 2013 nach Freiburg im Breisgau zum “Rotary – Tag 2013“ einzuladen!

Jürgen Axer
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Montag, 25. April 2011/KJ
Letzte Änderung: 08.04.12/EG


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