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Kein Tag, an dem nicht Verantwortungsträger und Führungspersönlichkeiten aus Politik,
Wissenschaft und Lehre, aus Wirtschafts- und öffentlichem Leben mit diesen
Themen und damit zugleich mit moralischen Fragen befasst sind. Im Zusammenhang
mit der Bankenkrise ist vom “Raubtierkapitalismus“ die Rede: finanzielle
Verfügungs- und die massenpsychologische
Einflussmacht in relativ wenigen Händen scheinen sich zu einer immer ernsteren
Gefahr für die offene Gesellschaft zu entwickeln. Aber auch Netzwerke mit
atemberaubender Geschwindigkeit und massenhafter Verbreitung von Daten und
Nachrichten erzeugen binnen kurzer Zeit Dominoeffekte, die kaum mehr
kontrollierbar sind. Spekulation und Leichtfertigkeitbringen Banken wie Unternehmen – ja ganze
Staatsgebilde – in Bedrängnis. Häufig sind Verbergen und Vertuschen sowie
Täuschung und Betrug die Folge. Gerade auch die Ereignisse aus der jüngsten
Zeit um den Bundespräsidenten stehen als ein Teil für Vieles, was bewegt. Das geht
auch uns als Rotarier an: Denn Rotary
hat mit seinem von weltweit mehr als 1,23 Millionen Mitgliedern beachteten
Grundsatz “Service above self“ seit jeher einen ethischen Ansatz, nämlich
den des “Selbstlosen Dienens“: dieser Grundsatz hat sich aus den Vorstellungen
seines Gründers Paul H. Harris im Laufe der Zeit zur maßgeblichen Strategie
entwickelt. Und es hat mit seiner “Vier
Fragen Probe“, die auf Rotarier Herbert Taylor1932 zurückgeht und von Rotary International
1943 übernommen worden ist, einen auch ausdrücklich am Wertekanon orientierten
Kompass.Von daher ist Rotary als
Wertegemeinschaft seit jeher aufgerufen, sich mit Fragen auseinanderzusetzen,
die das Selbstverständnis von Staat und Gesellschaft angehen. 
So
gesehen drängte sich für das Forum in der Industrie- und Handelskammer zu Köln
gleichsam die Frage auf, welche Haltungen von Verantwortungsträgern und
Führungspersönlichkeiten in unserer Zeit erwartet werden und welchen Beitrag
man insbesondere als Rotarier leisten kann.Namhafte
Referenten hatte Past Governor Jürgen Axer für die angesprochenen Problemfelder, die die
Idee des Gesellschaftsvertrages als implizite Legitimationsgrundlag aller
modernen westlichen Staaten tangieren, gewinnen können: So referierte Ludger
Honnefelder über das “Moralische Profil als Kennzeichen von
Verantwortungsträgern“. Udo Di Fabio zeigte auf, dass “Freiheit und Bindung“
untrennbar zusammen gehören. Michael Hüther sprach über die “Mitverantwortung
als Kategorie in der freiheitlichen Ordnung“ und Patrick Adenauer darüber, wie
man “Mit dem Familienunternehmerprinzip Zweifeln an der sozialen
Marktwirtschaft begegnen“ kann. Ekkehard
Pandel schließlich rundete den Vortragsreigen am Samstag ab mit der
“Wertediskussion bei Rotary International unter Berücksichtigung kultureller
Besonderheiten“.

350 Personen aus allen Teilen Deutschlands und
Österreichs sowie aus der Schweiznahmen
an dem zweitägigen Forum teil. Sie verfolgten nicht nur die Vorträge mit großem
Interesse, sondern auch die Podiumsdiskussion mit Di Fabio, Honnefelder und Past Governor Walter Müller aus der
Schweiz sowie der Landtagsabgeordneten NRW Anna Verpoorten und dem Bundestagsabgeordneten
Wolfgang Bosbach. Natürlich hatten sie auch selbst Gelegenheit, sich in Diskussionen
zu Wort zu melden und in Workshops einzubringen, die sich drei komplexen
Themenbereichen widmeten, nämlich “Ethik und Steuern“, “Ethik der Banken“ sowie
“Markt und Moral“ unter der Leitung von Jürgen Axer, Christoph Berndorff und
Peter Hanau. 
Auch das freundschaftliche Miteinander im
Brauhaus Gaffel am Dom beim abendlichen Buffet und einem guten Glas Kölsch
am Freitagabend kam nicht zu kurz, bevor
die rotarischen Freunde Dominik Meiering - Stadtjugendseelsorger des
Erzbistums Köln - und Domorganist Winfried
Bönig uns zu vorgerückter Stunde noch ein besonderes Erlebnis bescherten,
nämlich Begebenheiten aus der wechselvollen Geschichte des Hohen Doms zu Köln
begleitet von Concerti aus der Zeit: ein im wahrsten Sinn des Wortes besinnlicher
Ausklang in Wort und Ton an erhabenem Ort!
“Aller guten Dinge drei!“, so könnte man
nach alledem meinen, träfe damit allerdings lediglich ein Zwischenergebnis;
denn übereinstimmend herrschte die Meinung vor, dass der “Rotary –Tag“ in Köln – nach Mainz in 2010
und Bremen in 2011 der dritte seiner Art – jedenfalls eine feste Einrichtung werden müsse!
Das ist ganz im Sinne der Governorschaft
aus dem Jahre 2007/2008. Denn schon kurz, nachdem sie sich im August 2006 in
Fulda das erste Mal getroffen und von bestimmten Grundüberzeugungen geprägt
schnell als “One Crew“ zueinander gefunden hatte, hatte sie sich zur “Kultur
des Herzens“ und zu “Rotary als Wertegemeinschaft“ bekannt und dies im
deutschsprachigen Rotary-Raum zum Leitbild ihres Rotary Jahres 2007/2008
erhoben. Dem ihr gemeinsames Bekenntnis zu Rotary als Wertegemeinschaft zusammenfassenden Thesenpapier, mit dem sie
zu Beginn ihrer Amtszeit an die Öffentlichkeit getreten ist und das die
Wertediskussion auf Distrikt - wie Clubebene so recht in Gang gebracht hat, ist
sie auch mit der Durchführung eines “Rotary –Tages“ seitdem treu geblieben. Und
von daher freuen sich ihr Mitglied Past Governor Manfred Grabsch mit seiner Frau Frauke
und der Distrikt 1930 schon jetzt darauf, am 22./23. Februar 2013 nach Freiburg
im Breisgau zum “Rotary – Tag 2013“ einzuladen!
Jürgen Axer |