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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
wir haben uns im letzten vorweihnachtlichen Meeting mit einem für uns wichtigen Thema beschäftigt. Die Zuspitzung der humanitären Katastrophe im Ost-Kongo hat unseren Freund von Eynern dazu veranlasst, den Vortrag über die Neuen Kriege vom September des vergangenen Jahres bei diesem Meeting fortzusetzen. Wir möchten die Zusammenfassung seines Vortrages, die Willi Müller anfertigte, hier wiedergeben und mit den Weihnachtsgrüßen der Redaktion verbinden.
Eckhart von Eynern: Neues von den Neuen Kriegen
(Zusammenfassung von Willi Müller)
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Zerfall der Sowjetunion haben viele gedacht, dass das 21. Jh. eine Ära des Friedens werde. Das ist nicht der Fall, sondern zahlreiche Konflikte und Kriege gibt es in der Welt und mit dem internationalen Terrorismus ist eine neue Qualität von Krieg über uns hereingebrochen.
Das " Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung" sagt in seinem jährlich herausgegebenen Konfliktbarometer: Im Jahre 2007 gab es 6 Kriege und 25 gewaltsame Konflikte in der Welt, größtenteils in Afrika und Asien. Die 6 Kriege finden im Sudan, in Somalia, Sri Lanka, Afghanistan, Irak und Pakistan statt. Der Konflikt im Kongo wurde 2007 noch als "severe crisis" eingestuft.
Bei keinem dieser Konflikte handelte es sich um einen Krieg zwischen Staaten, sondern es sind Konflikte zwischen Regierung und Rebellengruppierungen. Professor Herfried Münkler verwendet dafür den Begriff Neue Kriege. Er spricht von Staatszerfallkriegen, die die Staatsbildungskriege früherer Jahrhunderte in Europa und Nordamerika abgelöst haben.
Typisch für diese Kriege ist, dass die jungen und unstabilen Staaten ständigen politischen und wirtschaftlichen Einflussnahmen von außen unterliegen und dass es auch um den potentiellen Reichtum dieser Staaten in Form von Bodenschätzen ( z. B. Erdöl ) geht. Sie entstehen da, wo ein Mangel an funktionierender Staatlichkeit herrscht. Privates Bereicherungsstreben, persönliches Machtstreben, Expansionsdrang benachbarter Mächte, inneres Ringen um Macht und gegebenenfalls Interventionen von außen kommen zusammen.
Es gibt drei Merkmale der neuen Kriege:
1. Entstaatlichung bzw. Privatisierung kriegerischer Gewalt, die Kriegführung ist relativ billig.
2. Asymmetrisierung kriegerischer Gewalt, keine gleichartigen Gegner, keine Fronten, Gewalt gegen die Zivilbevölkerung.
3. Verselbständigung oder Autonomisierung.
Reguläre Armeen haben die Kontrolle über das Kriegsgeschehen verloren, warlords leben vom Vorhandensein der Kriegsbedingungen.
Die neuen Kriege sind billig. Deshalb wird nicht die militärische Entscheidung gesucht, sondern die Kriege schwelen Jahre vor sich hin. Für die warlords oder Kriegsunternehmer wird der Krieg zur Lebensform. Die Kriegsführung wird ermöglicht durch eine Ökonomie des Raubes und der Plünderung. Die zügellose Gewalt gegen die Zivilbevölkerung und die starke Sexualisierung der Gewalt sind kennzeichnend.
Die Gewalt gegen Frauen zielt auf die Zerstörung des sozialen Zusammenhalts und ist eine Strategie der „ethnischen Säuberung“.
Es entstehen Flüchtlingsströme und Flüchtlingslager, die Hilfsaktionen initiieren, aus denen sich dann auch die Kriegsparteien alimentieren. Die Warlords haben gelernt, wie sie mit Hilfe von Kamerateams internationale Hilfslieferungen in Gang setzen und steuern können. Besonders verwerflich ist der Einsatz von Kindersoldaten, die UN schätzt sie weltweit auf 300000.
All diese Dinge können wir zurzeit wieder im Ost-Kongo exemplarisch erleben. Dort kämpft der Rebellengeneral Nkunda weiter gegen die Regierungstruppen, so dass eine explosive Gemengelage von verschiedenen Kriegsparteien entstanden ist:
Regierungsarmee des Kongo, Soldaten von Nkunda, die FDLR der Hutus und mehrere andere Milizen. Täglich liest oder sieht man Schreckensnachrichten über Massaker, Verschleppungen, Vergewaltigungen und Flüchtlingsströme. Man schätzt, dass etwa 100000 Blauhelme da sein müssten, um die Lage zu kontrollieren.
Eine Antwort auf die Frage, was die internationale Staatengemeinschaft tun kann, um dem Wahnsinn in der ganzen Welt Einhalt zu gebieten, ist äußerst schwierig. Münkler mein dazu, dass bei dem großen Bedarf an Pazifierungs- und Menschenrechtseinsätzen die Regierungen weniger von der wünschenswerten Verwirklichung der Menschenrechte als vielmehr von einem politischen Kalkül der Risikominimierung geleitet werden, bei dem abgeschätzt wird, ob bei den vorhersehbaren Kosten eines Einsatzes die erzielbaren Vorteile überwiegen.
Eine Eskalation der Krisen in der Welt stellt nun der internationale Terrorismus dar, der offensichtlich keine Selbstbegrenzung kennt. Für einen Terroranschlag gilt: je größer der Schaden und die Zahl der Opfer und damit die Dauer in der Berichterstattung in den Medien, umso größer sein Erfolg. Die Medien sind in diesem Krieg selbst zu einem Mittel der Kriegsführung geworden. Ziel sind die psychischen Folgen, die Zersetzung der Moral und die negativen Einflüsse auf die Wirtschafts- und Finanzkreisläufe der westlichen Welt.
Beispiel dafür in der jüngsten Vergangenheit ist Mumbay in Indien, wo ca. 130 Millionen Moslems leben. Es ist also nicht ausgeschlossen, das neben Afghanistan und Pakistan auch Indien zum Schlachtfeld terroristischer Fundamentalisten wird.
Frd. von Eynern beendete seinen Vortrag mit der Feststellung: "Die Annahme, das 21. Jh. werde eine Ära des Friedens, hat sich als falsch herausgestellt. Die neuen Kriege werden unser Jahrhundert ebenso kennzeichnen wie der internationale Terrorismus."
Liebe Freunde, meine Damen und Herren,
wir Rotarier haben uns weltweit zu Frieden und Freundschaft verpflichtet. Als eine der größten Nicht-Staatlichen Service-Organisationen wollen wir gemeinsam die Ziele der Völkerverständigung und Menschenrechte fördern. Wir stellen den „Neuen Kriegen“ zwei starke strategische Säulen entgegen:
Humanitäre Hilfe und Bildung.
Unsere weltweit wirksamen Projekte fördern den Aufbau von Infrastrukturen. Wir leisten direkte, medizinische Hilfe. Unseren Familien tragen mit dem persönlichen Einsatz beim internationalen Schüler- und Praktikantenaustausch zur Entwicklung und Völkerverständigung bei. Wir sammeln Spenden für rotarische Projekte in der Region und auf der ganzen Welt. Jede Hilfe wird mit höchste Effizienz geleistet. Die eingesetzten Mittel kommen zu 100% dem jeweiligen Projektziel zu Gute.
In diesem Sinn werben wir für Ihre aktive Unterstützung und die traditionelle Weihnachtsspende auf unser Spendenkonto:
Sozialfonds Rotary Düren
Deutsche Bank
KtNr.: 812154300
BLZ.: 395 700 24
Es bleibt Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest zu wünschen, im Kreis Ihrer Familie und Freunde, Ihr
Andreas Boué
Internet-Redaktion
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Beim letzten Treffen des Rotary Clubs Düren hatte die Jugend das Wort. Nach langer Zeit waren 3 Austauschschülerinnen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Sie berichteten von ihren Erlebnissen, die sie in Brasilien, Mexiko und Südafrika gemacht hatten. Dort gingen sie in die Schule, machten hochinteressante Exkursionen ins Land, trafen sich mit vielen rotarischen Austauschschülerinnen und –schülern aus 23 Nationen und machten so unvergessliche Erfahrungen.
Simone Mühlenberg aus Aldenhoven war in Mexiko, Lioba Hürter aus Düren in Brasilien und Judith Meures aus Linnich in Südafrika.
Genau dies gehört zum internationalen Programm von Rotary International: die Jugend der Welt zusammenzuführen, Vorurteile abzubauen, Verständnis für andere Kulturen zu entwickeln und so dem Frieden in der Welt dienlich zu sein. Rotary organisiert diesen Austausch der jungen Menschen in der ganzen Welt, sucht Gastfamilien und unterstützt diesen Jugenddienst auch finanziell. So können weltweit jedes Jahr Tausende an diesem Programm teilnehmen. Auch der Rotary Club im Kreis Düren als Teil von Rotary International ist beim Jugendaustausch in jedem Jahr sehr aktiv und bedankt sich vor allem bei den Gasteltern hier im Kreis für ihr ehrenamtliches Engagement bei der Aufnahme und Betreuung von ausländischen Jugendlichen.
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